zum Shop

Auch wir sind nun auf der Suche nach einem Kita Platz für unsere Kleine, die im August 2,5 Jahre alt sein wird (über die Vor- oder Nachteile des Geburtsdatums in Bezug auf die Aufnahmekriterien bei Einrichtungen möchte ich jetzt lieber nicht eingehen – nur so viel: es ist einfach ätzend, dass es Eltern so schwer gemacht wird – denn an dem Geburtstermin kann man schließlich nicht viel ändern!). Also eine U3 Gruppe für ein halbes Jahr zu bekommen scheint nicht einfach, mal davon abgesehen, dass der Irrsinn mit dem Zeitpunkt der Suche nach einem adäquaten Platz schon am liebsten beginnt wenn, man eine Schwangerschaft plant! Also quasi wie eine Folsäure Vorsorge 😂 aber zurück zum Thema.

Kuchen, Pudding, Plätzchen, Gebäck, DAS ist die harte Realität…

Auf der Suche nach einer Einrichtung hieß es, „lass dich überall auf die Listen setzen, um deine Chancen zu erhöhen auch wirklich einen Platz zu bekommen“. Was ist aber, wenn die Verpflegung in den Einrichtungen so „schlecht“ ist, dass ich das erst gar nicht übers Herz bringe meine Kleine überhaupt auf die Warteliste zu setzen und dankend ablehne? Ich schaue auf jeden Fall in sehr verdutzte Gesichter. Wie man sich vorstellen kann ist das Ernährungsangebot einer Einrichtung eines der Qualitätsmerkmale nach dem ich eine Kita für meine Kleine suche. Das scheint nicht so einfach wie Anfangs gedacht. Ich vertraute auf Programme, welche von vielen Krankenkassen angeboten werden, um Einrichtungen zu Schulen und vertraute auf die Entwicklung in der heutigen Zeit, die dem Thema Ernährung sehr viel Aufmerksamkeit schenkt…

Aber was genau bringt mich so auf die 🌴 ? Nun, bei Besuchen von Einrichtungen schaute ich mir das Gesamtkonzept an, um im Anschluss einen Blick auf das Menü Angebot zu werfen. Da ich zu Beginn meiner Suche Einrichtungen bewusst nach diesem Qualitätsmerkmal ausgesucht und terminiert hatte, wurde ich diesbezüglich nicht überrascht. Das Essen wird biologisch-dynamisch angebaut und alles ist schön! Das ist in drei Einrichtungen der Fall. Allesamt geben jedoch eher keine gute Prognose ab, da erst Geschwister Kinder bevorzugt werden etc… Um die Chancen zu erhöhen, schaute ich mich nach ein paar Einrichtungen um, die damit warben, sie würden selbst und vor Ort für die Kinder kochen. Da dachte ich „Au ja! Das schaue ich mir auf jeden Anfall an!“. Beim ersten Termin hatte ich ein wenig Wartezeit und habe mir das Menü, welches öffentlich aus hing angeschaut. Jeden Tag etwas frisch gekochtes, sehr Nudel mit Sauce -lastig und wenig Gemüse. OK, das kann ich zu Hause noch auffangen und nachbessern, nicht tragisch also. Was ich aber nicht nachbessern kann ist der angebotene Snack am Nachmittag: Kuchen, Pudding, Plätzchen, Laugen Gebäck, Milchreis. Kein Obst weit und breit. Während ich darüber nachdachte, wie ich am besten und unauffällig verschwinde, wurde mir ein netter Erzieher zugewiesen, der mir die Einrichtung zeigte. Er war sehr nett und bemüht, die Einrichtung schön und liebevoll gestaltet, die Atmosphäre freundlich und warm und als der Flair eines Familienzentrums war deutlich wahr nehmbar auch in der Küche, ein geschäftiges Treiben und die Hauswirtschaftskraft sehr bemüht.

Das ist bei uns die „Kaffeezeit“…ähm, wie bitte?

Nach der Führung würde ich zum Gespräch mit der Chefin der Einrichtung gebeten und habe mich auch mit ihr sehr nett unterhalten. Alles in Allem eine wirklich adäquate Lösung, auch wenn mit Kompromissen, zu meinen drei WunschKitas. Auf meine Frage hin, ob Obst und Gemüse angeboten würden, kam ein promptes „Natürlich“! Immer wenn die Kinder  es nachfragen gibt es frisch geschnibbeltes. Ich blieb hartnäckig 😉 und fragte noch einmal, ob es eine fest eingerichtete Snackkultur ist, oder die Kinder nach Obst und Gemüse fragen müssten. Sie wich aus mit der Begründung, ein Apfel würde braun werden, wenn er lange liegen würde! Aber mal ehrlich…welche Kinder lassen einen Apfel liegen??? Das verstehe ich nicht und fragte noch einmal, sichtlich ungeduldig wich sie meiner Frage aus, die Kinder können jederzeit Obst und Gemüse bekommen. So richtig zufrieden war ich nicht, wollte aber die vorher aufgebaute Sympathie nicht den Bach runter gehen lassen…vergeblich, denn ich hatte ja noch eine Frage: Warum (zum Teufel) diese Art von nachmittags Snack? Sie schien mich nicht zu verstehen und ich klärte sie auf, dass in diesem Snack ausschließlich Süßigkeiten angeboten würden und warum das so sei? Ganz nebenbei, im Eingangsbereich hing die Ernährungspyramide der aid und es wurde mit gesunder Ernährung geworben. Ein Erklärungsversuch Ihrerseits scheiterte so dermaßen, dass ich keinerlei Worte finde, um meiner Fassungsloslosigkeit hier Luft zu machen. Hier die Besten Argumente kurz zusammen gefasst:

1) Es gibt ja nach denn Mittagessen schon keinen Nachtisch…Aha! Seit wann brauchen wir das? Wir sind nicht mehr im Krieg und müssen auf Extra Kalorien bei den Kleinen achten, im Gegenteil!

2) Es gibt ja nicht nur Süßes…An 2 Tagen gibt es salziges Knabbergebäck…schon klar!

Und jetzt mein Favorit!!!

3) Das ist wie bei uns Erwachsenen eben die Kaffee und Kuchen Zeit. Das sollen die Kinder schon mal lernen…OH GOTT! Ich frage mich wofür? Als sinnvolle Esskultur etwa?

Immerhin würde nicht argumentiert mit „Hat uns ja auch nicht geschadet“ oder „Wir sind schließlich auch so groß geworden“…

Ich sehe ein, dass Argumentation an dieser Stelle absolut und rein gar nichts bringt. Ich muss in diesem Moment erst mal klarkommen und mir überlegen, ob das wirklich wahr ist. Ich kneife mich, ja ich bin immer noch hier. In dieser Situation wo unsere Kinder schon in der Kita eine „Kaffee und Kuchen“ Zeit beigebracht bekommen, damit wir später in unserer Praxis den erwachsen gewordenen diese Gewohnheit in harter Arbeit abtrainieren, weil sie Opfer des metabolischen Syndroms geworden sind und gefangen in ihren Angewohnheiten. Für viele ist es eine so harte Arbeit aus dem Teufelskreis raus zu kommen, Viele schaffen es nie – denn was sie ein lebenlang gelernt haben, das ist nur schwer in kurzer Zeit abtrainierbar. Und wie lang sind unsere Kinder in der Kita? Ja genau bis ca. 4 Jahre. Und hier wird so ein wichtiger Grundstock für das Essverhalten gelegt, neben dem Essverhalten das zu Hause trainiert wird.  Wenn ich nur darüber nachdenke wie viele Kinder das falsch abspeichern und in ihr Essverhalten als Erwachsener programmieren! Traurig.

Und bitte versteht mich nicht falsch! ICH LIEBE KUCHEN. Wer meinen Blog kennt, der weiß wie gerne hier gebacken wird. ABER SORRY, DAS möchte ich mit meinem Kind selbst tun. Es ist die Besonderheit des Tages und das möchte ich mit meinem Kind erleben und möchte meinem Kind nicht einprägen, dass „Kaffee und Kuchen“ zu einer Basisenährung dazu gehört. Doch genau das wird dadurch suggeriert, indem es auf einem Speiseplan erscheint, einfach so und nichts mehr Besonderes ist. Gibt es ja jeden Tag. Zu Hause gibt es dann oft noch mal was. Die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt und dann so was? Die Perzentilkurven wurden schon nach oben angepasst. Die Kinder in Deutschland scheinen immer dicker zu werden. Aber nein…eine „Kaffee und Kuchenzeit“ in einer Kita ist bestimmt ganz angebracht. Ich glaube ich platze gleich…

Und dann kommt mir DIE Idee 💡

Ich nehme die Challenge an, aber nur, weil das übrige Angebot mich überzeugt! Ich lasse meine Kleine auf die Liste setzen (auch wenn ich hoffe in einer meiner drei WunschKitas einen Platz zu bekommen) und werde den unerbittlichen Kampf gegen diese Schrott-Snacks führen! YES I CAN! Ich kann nicht die ganze Welt retten aber vielleicht diese Kita und die Kindchen…es ist nie zu spät! Ich gebe die Hoffnung an den gesunden Menschenverstand nicht auf 💪

Ganz nebenbei bilden wir schon viele Mitarbeiter von einigen Kitas aus, unter anderem die Einrichtungen der AWO in Köln. Da gibt es keine Süßigkeiten, süße Getränke oder sonstigen Schrott. Geht doch! Aber mal ehrlich, wer trifft diese Ess-Entscheidungen in den Einrichtungen? Geworben wird mit OptiMix und dann so ein Angebot? Also optimiert ist das ganz bestimmt nicht!

Müssten es nicht Ernährungsprofis sein, die sich das Angebot und die Menüpläne des Kitas anschauen und so unsere Kinder schützen? Also wir haben’s voll drauf 😉

  1. 3. Oktober 2017

    Oh je, verstehe ich gar nicht. Alle drei Kitas in denen meine Kinder waren (Hamburg) hatten nach dem Mittagsschlaf Obstzeit. Süßes gab es nicht ausser am Geburtstag eines Kindes, da gab es einen Kuchen von der Kita. Wir als Eltern durften nichts mit in die Kita geben. Zu trinken gab es auch nur Wasser, morgens Milch vom Bauern (Ja das gibt es in Hamburg auch 🙂 ) und ungesüßten Tee.

    • 3. Oktober 2017

      Oh wie schön!!! Das freut mich aber Linda 🙂 und macht mir Mut! Danke für diesen Kommi und lg nach Hamburg!

Schreibe einen Kommentar:

*

Your email address will not be published.

Logo_footer   
     ©2015 - 2016 food coaching | Impressum

Folgen Sie uns bei: